Wahrscheinlichkeit und Zufall

George Korsmit macht umfangreiche und arbeitsintensieve Werke. In ihrer Komplexität sind sie optisch ungreifbar und reizen auf diese Weise das Auge des Betrachters. Die preziese Formgebung steht im Kontrast mit der Tatsache dass die Werke ein vollkommenes Produkt des Zufalls sind.

Der Zufall spielt in Korsmits Arbeit eine Schlüsselrolle. Der Künstler experimentiert bereits seit Ende der Neunziger Jahre mit dem Zufall in der abstrakten Kunst.
Um die kreatieve Kraft des Zufalls in seiner pursten Form zur Geltung kommen zu lassen, wird zuvor ein strenges Regelsystem entworfen, das den Arbeitsprozess und die Entstehung des Bildes danach vollkommen festlegt. Mit diesen Regeln wird ein Kunstwerk komponiert, bevor es auf der Leinwand erscheint. Das Resultat ist vom Zufall bestimmte Objektivität.

Bevor Korsmit an einer Arbeit beginnt, legt er eine Anzahl Regeln fest:
Die Koordinaten und die Dimension des Rasters wird bestimmt mit Hilfe eines Würfels. Die Augenzahl korrespondiert mit einem vorher bestimmten Masstab. (Bei dem Werk 'I'm not alone' ist das Raster zustande gekommen indem der Umfang in Zentimetern festgelegt wird. Ein Wurf mit der Augenzahl 1 steht für 5cm auf der Linie, die Augenzahl 2 steht für 6 cm und 3 für 7 cm etc. Die entstehenden Punkte werden dann horizontal und vertikal miteinander verbunden. Bei 'Somebody's gotta do it' wurden alle Seiten des Rasters ausgewürfelt und wurden die Punkte in der Fläche mit Hilfe eines Zirkels bestimmt.)
Um die Farbgebung und Komposition des Werkes zu bestimmen, greift der Künstler mit verbundenen Augen in einen Kasten gefüllt mit 1600 verschiedenen Farben aus der Pantone Farbauswahl.
Das System wird immer so gemacht das jede Farbe nur einmal auf die Leinwand entsteht.
Es dauert drei bis fünf Tagen, bis eine erste Skizze des Bildes fertig ist.